Koordinator AK End-of-Life:
Dr. Andreas Ciroth
GreenDeltaTC, Berlin
gdtc@greendeltatc.com
AK End-of-Life bei der net.LZD-Geschäftsstelle
Wolfgang Walk
Forschungszentrum Karlsruhe
wolfgang.walk@itc-zts.fzk.de
Jeder Produktionsprozess und jede Produktnutzung sind unweigerlich mit der Entstehung von Reststoffen verbunden. Vielfältige Techniken werden zur Erfassung, Transport und Behandlung dieser Reststoffe eingesetzt. Darum ist eine differenzierte Abbildung dieser Prozesse für Lebenszyklusanalysen essentiell, gleich ob dies beispielsweise Ökobilanzen, Materialeffizienzbetrachtungen oder sonstigen Energie- und Stoffstromanalysen dient.
Der Arbeitskreis 'End-of-Life' (AK EoL) wird sich Techniken zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen und Abwässern widmen. Thematisiert wird die angemessene Modellierung und Datenqualität verschiedener Behandlungsverfahren. Hier seien einige beispielhafte Fragestellungen genannt, die in das Arbeitsgebiet des AK EoL fallen:
- Mit der Modellierung von Verwertungsprozessen ist die Frage verknüpft, wie mit der Kreislaufführung umzugehen sei. Einerseits kann zwischen dem Verwertungsprodukt und dem Produkt 'Entsorgungsdienstleistung' alloziert werden, andere Lösungsansätze sind Systemraumerweiterung und Gutschriftensysteme. In allen Fällen stellt sich die Folgefrage nach der Nutzengleichheit. Die Identifzierung angemessener Allokationsverfahren bei Entsorgungsprozessen fällt in den Schnittbereichder Arbeitskreise Methodik und End-of-Life.
- In Deutschland wird bis 2020 eine deponiefreie Entsorgung für Siedlungsabfälle angestrebt. Die Abfallverbrennung wird in Entsorgungskonzepten eine Schlüsselrolle einnehmen. U.a. für Ökobilanzen wurden bereits einige MVA-Modelle entwickelt. Die Frage ist, welches Modell für welchen Zweck angemessen ist. Wie hängt die Richtungssicherheit von abgeleiteten Entscheidungen von der Modell- und Parameterwahl ab?
- Gibt es unscharfe (probibalistische) Beschreibungsmethoden, um das veränderliche Material 'Abfall' hinreichend für verschiedene Techniken (z.B.MBA) quantitativ zu beschreiben? Wie führt man diese unscharfe Information statt Mittelwerte durch ein Modell?
- Mit der generischen Modellierung von Deponien ist eine ganze Liste von Fragen verbunden, z.B. der zu berücksichtigende Zeithorizont.
Der 'Stand der Darstellung von Abfallverbrennung in Stoffstromanalysen' wurde als Gegenstand einer ersten Studie gewählt. Dabei wurden gängige MVA-Stoffstrommodelle an den Erkenntnisinteressen verschiedener Akteure gespiegelt. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Verbrennungstechnik und vielfältiger Abfallbeschreibungen ist Aktualität selten gegeben und auch die Transparenz der Modelle muss in vielen Fällen als verbesserungswürdig betrachtet werden. Transferkoeffizienten-Modelle haben gegenüber flexibleren Modellierungsansätzen ein eingeschränktes Anwendungsfeld.
| NetLZD-EndOfLife07.pdf |
Der Sachstandsbericht "Stand der Darstellung von Abfallverbrennung in Stoffstromanalysen" gibt einen Überblick über unterschiedliche Bedarfe an Stoffstromanalysen, der Nutzbarkeit üblicher Abfall-Klassifizierungssysteme und der Techniken im Spiegel verbreiteter MVA-Stoffstrommodelle. |
3103 Kb | Feb 15, 2008 |
